25.08.2019, 19:27 Uhr

Waldhausteich am Asado, Köln-Rath: Rundweg in Stand gesetzt

Der Rundweg um den Teich war zugewachsen und auch das Holzgeländer war teilweise schon recht marode.

Das Geländer, mit Blick über den Teich zum Asado: vorher
Das Geländer, mit Blick über den Teich zum Asado: vorher
© Justus Siebert
Nachdem wir (Bündnis Heideterrasse e.V.) im vorletzten Jahr (2017) den vorderen Bereich des Holzgeländers, an der Terrassenseite vom Restaurant Asado, erneuert hatten, war dieses Jahr (2019) der hinterer Bereich dran. Der war ziemlich zugewachsen, sodass spätestens im Frühsommer kein Durchkommen mehr war. In einem ersten Ehrenamtler-Einsatz am 01. August wurde zunächst der Weg frei geschnitten, v.a. von Brombeeren, und ein quer über über den Weg gefallener Baum zersägt. Auch das Geländer wurde wieder in Stand gesetzt, viele der Holzlatten mussten ersetzt werden, da sie witterungsbedingt morsch geworden waren. In zwei weiteren Einsätzen bis Anfang August wurden auch die restlichen morschen Latten im rechten Bereich, auf der Seite zur Baumschule, erneuert. Mal schauen, wie lange das jetzt hält.

...und nach der Instandsetzung.
...und nach der Instandsetzung.
© Justus Siebert
Diese ehrenamtlichen Arbeiten wurden im Rahmen unseres Betreuungsvertrages mit dem Asado, für den Waldhausteich und den Rundpfad, durchgeführt. Die Materialkosten (für 30 Holzlatten) hat das Asado, Grundstücksbesitzer, übernommen. Die Brücke über den Bach ist übrigens auch erneuerungsbedürftig, ist aber eine andere technische Herausforderung als das Geländer und liegt in der Zuständigkeit des Asado.

Der Waldhausteich: Renaturierung mit menschlicher Hilfe

Der Teich, welcher vom Kurtenwaldbach durchflossen und gespeist wird, ist sich in den letzten Jahrzehnten selbst überlassen worden, und hatte damit die Gelegenheit, sich selbst zu renaturieren. So hat sich ein Erlen-Auenwald gebildet, mit Sumpf- und Flachwasser-Zonen und einem teilweise dynamischen Bachverlauf. Aber so ganz alleine kann sich dieser Teich auch nicht vollständig renaturieren, denn es standen zu viele standortfremde Ziergehölze aus vergangenen Zeiten im Uferbereich, Rhododendren (stammt aus dem Himalaya), Douglasien und die Kaukasische Flügelnuss. Die warfen viel Schatten, verhinderten somit das Aufkommen einer heimischen Ufervegetation, und als Fremdlinge können die meisten heimischen Tierarten,  v.a. Käfer, mit ihnen als Lebensraum und Futterlieferant (Totholz, Früchte) nichts anfangen. Die meisten der kleineren Sträucher und Bäume hatten wir in den letzten Jahren entfernt, es stehen aber immer noch stattliche Exemplare von der Flügelnuss auf dem Gelände, auf der Insel steht die größte, die den meisten Schatten wirft und sich auch nicht einfach so gefahrlos fällen lässt.

Inzwischen wieder: Froschkonzerte am Restaurant Asado

2 Ehrenamtler im Einsatz
2 Ehrenamtler im Einsatz
© Ina Philippsen-Schmidt
Dennoch ist inzwischen mehr Licht an Teich und Ufer gekommen, zumindest den Teichfröschen ist das offenbar zugute gekommen: Dieses Jahr konnte man von der Restaurant-Terrasse aus ab Mai bis in den Sommer hinein. Ein Teichfrosch-Konzert hören, vornehmlich in lauen Abendstunden. Die Frösche kommen inzwischen anscheinend auch mit den Kois einigermaßen zurecht, die normalerweise Froschlaich und Kaulquappen vertilgen und somit die Bildung einer Froschpopulation verhindern. Die Flachwasserzonen und die dichte Vegetation haben aber offenbar als Rückzugsort ausgereicht, mal hören, ob die Froschkonzerte in den nächsten Jahren noch zunehmen werden.

Noch ein Wort zum Kurtenwaldbach

…der durchfließt wie gesagt den Teich, vom Königsforst kommend, die Wahner Heide durchquerend, um dann, den Mauspfad unterquerend, auf dem Gelände von Portal Gut Leidenhausen in Porz zu versickern. Damit verbindet der Kurtenwaldbach alle diese Gebiete. Oder besser gesagt: würde er, wenn nicht im Waldhausteich, im Niemandsland zwischen Wahner Heide und Königsforst, ein Mönch stehen würde, der für die meisten Bachbewohner wie z.B. Bachforellen, eine Weiterreise unmöglich macht. Was mit dem Strom kommend in den Mönch fällt, kommt da nicht mehr raus, und gegen den Strom ist am Mönch Endstation. Und so einfach wegmachen kann man den Mönch auch nicht, das würde bei Hochwasser die Baumschule nebenan überschwemmen. Deshalb gibt es schon seitens der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB Köln) Pläne, ein Umgehungsgerinne zu bauen, welches den Teich samt Mönch umgehen und somit die Durchgängigkeit wieder herstellen soll. Bei den vor-Ort-Terminen waren wir als Berater in Sachen Ökologie mit dabei und sind gespannt, wann dieses Projekt nun umgesetzt werden wird. Eigentlich sollte es schon soweit gewesen sein…

JS