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07.08.2016, 20:42 Uhr

Schlingnatter in Wahner Heide und Königsforst

Juli 2016: glückliche Sichtung dieser ungefährlichen und heimlichen Schlange.

Schlingnatter, Archivaufnahme
© Gerd Kriso
In der Wahner Heide und im Königsforst kommen zwei Schlangenarten vor, die Ringelnatter (natrix natrix) und die Schlingnatter (coronella austriaca). Während die Ringelnatter nicht nur hier die am häufigsten anzutreffende Schlange ist, ist die Schlingnatter stärker an trocken-warme Lebensräume gebunden, wie Sandmagerrasen oder Heideflächen. Hier leben auch ihre bevorzugten Beutetiere, Eidechsen, von denen es (Zauneidechsen) v.a. in der Wahner Heide noch viele in den offenen und sandigen Heideflächen gibt. Doch auch hier führt die Schlingnatter ein eher heimliches Dasein, selbst bei größerer Bestandsdichte bekommt man sie nur selten zu Gesicht.

Wenn man auf der Heideterrasse einer Schlange begegnet, handelt es sich meist um eine Ringelnatter, oder um eine Blindschleiche, die allerdings eine Eidechse ist, auf dem evolutionären Weg hin zu einer Schlange, bzw. einer schlangenartigen Eidechse. Jedenfalls ist keine der drei genannten Arten gefährlich, sie sind allesamt ungiftig. Wenn man es darauf anlegt, indem man z.B. nach ihr greift, was verboten ist, wehrt sich am heftigsten noch die Ringelnatter mit einem teils schmerzhaften Biss, und dem Ausstoß eines übelriechenden Sekrets.

Die Schlingnatter ist weniger resolut, erinnert aber mit ihrer kreuzartigen Musterung an die Kreuzotter, die als einzige Mittel-Norddeutsche giftige Schlangenart einen gefährlichen Ruf besitzt. Jedenfalls, als ich letztens (Juli 2016) zwischen Königsforst und Wahner Heide unterwegs war, sah ich am Straßenrand, noch auf dem Teerstück, eine Schlange, über das Ausschlussverfahren war diese auch schnell bestimmt: eine Ringelnatter war es nicht, eine Blindschleiche auch nicht (die kenne ich beide), Kreuzottern gibt es hier nicht, blieb noch die Schlingnatter, die Musterung war ohnehin ein deutliches Kennzeichen. Sehr schön, meine erste Schlingnatter! Und kein fototaugliches Gerät dabei (Jogging)!

Dennoch ein schöner Anblick und schön zu wissen, dass man sie tatsächlich noch antreffen kann in diesen unseren Breiten. Und noch ein Grund mehr, wenn man mal mit dem Auto unterwegs ist, langsam und mit beobachtendem Blick zu fahren, denn man könnte eine Natter übersehen, die sich z.B. morgens auf dem durch die Sonne aufgeheizten Teer aufwärmen will, und nicht schnell genug weg kommt, wenn das noch nicht schnell genug geklappt hat, mit dem Aufwärmen.

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