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28.09.2017, 23:51 Uhr

Mückenfledermaus in Frankenforst festgestellt

Streng geschützte Fledermausart im Bereich geplanter Gewerbegebiete nachgewiesen...

Lebensraum der Mückenfledermaus
© Bündnis Heideterrasse
Das Bündnis Heideterrasse konnte in Frankenforst eine neue Art entdecken: die Mückenfledermaus Pipistrellus pygmaeus. Leider ist der Neufund durch umfangreiche Gewerbeggebietsplanungen der CDU- und SPD-Fraktionen im Bergisch Gladbacher Stadtrat akut bedroht.  

Die kleinste Fledermausart Europas kommt ebenso wie die häufige Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus an der Grenze zwischen Frankenforster bzw. Refrather Siedlungen und dem Naturschutzgebiet Königsforst vor, ist jedoch im Gegensatz zu dieser auf Baumquartiere und Gewässer angewiesen. Sie ist überhaupt erst Mitte der 1990er als eigene Art "entdeckt" worden. Und zwar nicht zuerst anhand äußerer Merkmale, sondern anhand ihrer Rufe, die deutlich höher sind als bei der nah verwandten Art. Deswegen nannte man sie vor ihrer Anerkennung als eigene Art noch "55-kHz-Fledermaus". Inzwischen sind auch äußere Unterschiede bekannt, und auch genetisch sind die "Artgrenzen" eindeutig.

Die Kenntnisse über ihre Verbreitung in Deutschland sind noch lückenhaft, weil sie lange Zeit mit der nah verwandten Zwergfledermaus "in einen Topf geworfen" wurde. Deswegen wird sie auf den Roten Listen derzeit noch mit "D = Datenlage unklar" gelistet. Sie ist aber, wie alle Fledermausarten, streng geschützt und wird im Anhang IV der FFH-Richtlinie geführt. Im benachbarten Königsforst ist sie bisher nicht nachgewiesen worden. Hier fehlen meist auch noch die alten Baumbestände, welche die Wälder zwischen A 4 und den Gladbacher Siedlungen auszeichnen. Um so wichtiger ist es, diese wichtigen Lebensräume u.a. für die Mückenfledermaus zu bewahren. 

HS
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